Archiv für den Monat: März 2018

Ein Ausflug zum sagenumwobenen „Nonnenloch“

Wir parken in Gross-Zicker. Für Wandersportler gibt es einen ausgeschilderten Parkplatz im Ort bei der Kirche, für diejenigen die weniger gut zu Fuß sind empfiehlt sich der Parkplatz beim „Taun Hövt“, wo man sich bei der Rückkehr ganz wunderbar mit Blick auf Sonnenuntergang über dem Bodden bei sehr guter Küche stärken kann.

Ein breiter Weg führt in die „Berge“ hinauf, von ganz oben genießt man bei klarem Wetter eine herrliche Rundumsicht auf fast das gesamte Mönchgut. Hier ist eine Kulturlandschaft erhalten geblieben, wie sie woanders kaum noch zu finden ist. Sie wurzelt in der Geschichte der Halbinsel, die im Mittelalter Eigentum des Zisterzienserklosters Eldena bei Greifswald (»der Mönche Gut«) wurde. Der Blick reicht bis zu den Inseln Vilm und Ruden und bis in Richtung Greifswald hinüber. Zu Füßen des Wanderers blühen rosa Strandnelken, blaue Berg-Sandknöpfchen, gelbes Habichtskraut und Sand-Strohblumen.

Der Abstieg erfolgt zum Nonnenloch, einer gewaltigen Erosionsrinne, in gerader Westlinie zum Steilufer. Durch einen kleinen Wald stapft man an der unheimlichen Grube vorbei, in welche in düsteren Tagen angeblich Nonnen geschafft worden sein sollen, welche „sich vergangen hatten“.

„Denn anstatt, dass man sie lebendig einmauerte, wie es in anderen katholischen Klöstern gebräuchlich war, wurden sie in diese Grube hinuntergestürzt. Das ist zwar immer heimlich und bei Nacht geschehen, aber die Leute sind es doch bald gewahr geworden an den wehklagenden Gestalten, die im Mondschein aus der Gruft oft heraufstiegen und um dieselbe herum wandelten. Man hat die Grube daher schon vor alten Zeiten das Nonnenloch geheißen, wie sie auch noch genannt wird. Es soll noch immer nicht geheuer in der Gegend seyn.“ („Die Volkssagen von Pommern und Rügen“, J. D. H. Temme, Berlin 1840, Nr. 138″.)

Eine kleine Holztreppe führt hinunter zum Strand. Dort liegt ein großer Findling, ein rund 2 Milliarden Jahre alter Granitbrocken. Er wurde mit den Gletschern der letzten Eiszeit aus der Region Uppland in Mittelschweden bis hierher transportiert. Dieser lädt zum Erklettern und Sonnenbaden ein. Man kann im Sommer auch ins klare Wasser, aber es ist ein steiniger Einstieg.

Der Rückweg kann über ein großes oder ein kleineres Halbrund in südlicher Richtung erfolgen oder auch über ein nördliches Halbrund an Gager vorbei. Wir nehmen den sonnigen Süden, steigen wieder die Holztreppe hoch, am Loch vorbei und nehmen den Weg auf dem Kamm nach rechts. Von dort liegt das Taun Hövt und Gross-Zicker zu unseren Füßen, und wir nähern uns langsam, den Ausblick genießend wieder unserem Ausgangsort. Die Gartenterrasse des Lokals wartet schon…

Ihre Britta Bojung
Villa Louisa Octopussy

Karte Nonneloch